Warum wir zu wenig dankbar sind

Als ich kürzlich von meinem Trekking-Urlaub auf Island zurückkam, saß neben mir ein junger Isländer im Flugzeug. Eine Begegnung die mir die Augen geöffnet hat, wie schön es sein kann, Dankbarkeit zu zeigen - auch und gerade in der Geschäftswelt.

Inklusive 5 praktischer Tipps und Ideen wie Sie Dankbarkeit als Customer-Touchpoint in Ihre Unternehmens-Kultur einpflegen können!

Gleich vorweg "Danke", dass Sie sich etwa 3 Minuten Lesezeit für meinen Artikel nehmen!

Normal buche ich nicht erste Reihe. Zu teuer für wenig "Luxus" - vor allem bei dieser Billigairline. Doch hier war der reservierte Sitz inkludiert, weil ich mit meinem großen Rucksack Übergebpäck buchen musste. Snacks und Kaffee selbstverständlich exklusive.

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Beim Einsteigen saß schon ein junger, wie sich später herausstellte, Isländer am Fensterplatz neben mir. Mehrmals hat er sich umgedreht und mit einer Dame am Gangplatz in der Reihe hinter mir gesprochen. Mir war klar, dass die beiden, irgendwie, zusammengehören. Da ich alleine reiste, bot ich ihm an, dass ich sehr gerne mit ihr Platz tausche. Ich mache mir nichts aus der vordersten Reihe und 2. Reihe ist nun wirklich nicht schlimmer, sagte ich ihm.

Doch auf diese Art von Reaktion der beiden war ich nicht gefasst.

Vor lauter Freude überschlug sich seine Stimme, er schüttelte mir so fest die Hand, dass ich kurz zurückzuckte, und beim Platztausch mit der Dame fiel sie mir um den Hals und umarmte mich freundschaftlich - vor Dankbarkeit.

"Wenn Sie Dankbarkeit streuen, werden Sie Wohlwollen ernten."

Am Anfang war mir dieses "Tam-Tam" etwas unangenehm. Die Action bekam noch Reihe 8 live mit. Doch der Grund für ihre Reaktion war nachvollziehbar. Die beiden waren frisch verliebt, hatten erst am Wochenende geheiratet und machten ihre erste gemeinsame Urlaubsreise. Sie hatten vergessen Plätze zu reservieren und verbrachten den Gutteil des vierstündigen Flugs nun glücklich Arm in Arm.

Was heißt das nun für unsere Customer-Tuchpoints?

Was für die Reaktion der beiden gilt, sollten wir doch auch im Geschäftsleben etwas öfter praktizieren. Wie sonst sollen wir unsere Kunden heute noch überraschen und persönlich begeistern? Ich für meinen Teil war sehr positiv überrascht von dieser Art der Dankbarkeit.

Dankbarkeit zu zeigen, gibt nicht nur uns selbst einen unglaublich positiven Schub. Versuchen Sie´s mal beim nächstebesten Kollegen und sagen ihm oder ihr "Danke, dass du deinen Job so toll erledigst". Wenn dabei kein sarkastisches Gelächter zurückkommt, dann werden Sie in den Tagen darauf unbewusstes Wohlwollen und Entgegenkommen bei Ihrem Gegenüber ausgelöst haben.

Danke zu sagen, zeigt unserem Gegenüber zudem höchste Wertschätzung auf nicht materielle Art und Weise. Natürlich kann ich Dankbarkeit mit kleinen Geschenken nochmals untermauern, auch ich wurde von dem Pärchen noch auf Kaffee und Snack eingeladen, doch im Grunde gehts dabei nicht um materielle, sondern um ideelle Werte, die unsere Kunden, Partner und Kollegen damit verbinden sollen.

Hier nun 5 Ideen, um Dankbarkeit in Ihre Kultur zu integrieren. (und damit Wohlwollen zu ernten):

  1. Der Danke-Tag. Rufen Sie an einem Tag mindestens drei Kunden, Kollegen, Partner oder Lieferanten an und sagen Sie einfach mal Danke...für die Zusammenarbeit/Loyalität/Schnelligkeit etc.. Nichts verkaufen, keine Rückfragen, ob "die letzte Lieferung geklappt hat" - nur Danke. Diese Soft-Calls müssen von Ihnen persönlich kommen, also hat delegieren bei Weitem nicht den selben Effekt.
  2. Lassen Sie Ihre Produkte sprechen. Wenn Ihre Produkte oder Dienstleistungen schon im Außenauftritt Dankeschön sagen, fühlen wir uns mit diesem "höheren Wert" des Produkts verbunden. "Mit dem Kauf dieser Packung Milch unterstützen Sie regionale Landwirte." Das war die "Vorneweg-Danke-Aussage" von "A faire Milch", die ein paar Cent des Kaufs direkt an die Landwirte fließen ließ. Es muss nicht die große soziale Komponente dahinter stehen, es reicht schon ein "Danke, dass Sie sich für mich entschieden haben!"
  3. Danke, lieber Kunde! "Danke, dass Sie heute unser Kunde waren" oder "Danke, dass Sie am Telefon so angenehm sind. Ich freue mich schon auf unser nächstes Gespräch". Es geht sogar soweit, dass bei Einkaufszentren in Deutschland kleine Zettel am Auto klebten mit "Danke, dass Sie uns heute besucht haben!". Bei Reklamationsfällen besonders wichtig: "Danke, dass Sie gleich damit zu uns gekommen sind, damit wir sofort reagieren können." oder "Danke, dass Sie das so offen aussprechen". Es ist nicht schwer das Danke in den Unternehmens-Alltag einzubauen. Was spricht also noch dagegen? Die Wirkung ist nachhaltig.
  4. Danke zum Jahrestag. Sie denken nun an den Geburtstag, aber das ist Kindergarten-Kram. Sie gehen schon einen Schritt weiter und danken Ihrem Kunden zum Jahrestag seines Kaufs und der Partnerschaft. Man feiert also die Kundenbeziehungszeit. Ein Autohändler kann damit auch Glückwünsche für die "Beziehung zum neuen Auto" schicken oder zum Kauf der neuen Haustüre ein "Ihr Jahrestag voll Sicherheit" senden. Feiern Sie die Zusammenarbeit.
  5. Das Dankemeeting. Mittlerweile haben sich in der Meetingkultur schon vereinzelte Innovationen umsetzen lassen. Man diskutiert im Stehen, applaudiert zu jeder neuen Idee, motiviert sich mit positiven Abschlusssätzen und vieles mehr. Warum also nicht auch ein Danke in eines Ihrer Meetings einpflegen. Jeder der möchte, dankt einem Kollegen für etwas, das ihm anerkennenswert erscheint. Abschließend wird auch der Führungskraft für das gute, effiziente, lustige oder kurzweilige Meeting gedankt. Eine solche Wertschätzungskultur mag im ersten Moment etwas befremdlich wirken, tut aber allen Mitarbeitern und somit dem Betriebsklima gut.

Und damit Danke, dass Sie sich die Zeit für meinen Artikel genommen haben und viel Erfolg bei der Umsetzung.

Ihr Jürgen Eisserer

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