Was haben Sie während Corona gemacht?

Gute Unterhaltung mit meinem Gastkommentar aus den Salzburger Nachrichten. vom Mai 2020. Lesezeit 11 Minuten
Hier gehts zum Original-Artikel im Karriere-Ratgeber der SN.

Die Welt tickt anders nach Corona. "Nicht überall! Werte und Eigenschaften die Bewerber wirklich interessant für Arbeitgeber machen, werden sich so schnell nicht ändern", sagt Persönlichkeitstrainer Jürgen Eisserer. Und die Zeit während der Krise bietet viele Möglichkeiten den entscheidenden Unterschied für den zukünftigen Arbeitsmarkt zu schaffen.

Die Lücke im Lebenslauf

Die Zeit im Jahr 2020 wird als einschneidend in jeder Hinsicht eingehen. Eine Zeit des Wandels und der raschen Veränderung. Digitale Bewerbungen und moderne Bewerbungsprozesse dominieren den zukünftigen Alltag. Und eine Frage wird in Bewerbungsgesprächen wohl ebenso häufig auftauchen: Was haben Sie während Corona gemacht?

Eine Lücke im Lebenslauf kann rasch erklärt werden. Ein Sabbatical da, eine Weltreise dort. Das ist gegebene Normalität. Doch eine Krise, die uns in den eigenen vier Wänden einsperrt, fordert von uns eine stärkere Persönlichkeit und eine gänzlich neue Denk- und Handlungsweise. Wie nutzen wir die Zeit? Wie sind wir mit den neuen Umständen und dem Druck umgegangen?
Die aktuellen Ereignisse lassen manche von uns an der Sinnhaftigkeit unserer Ziele zweifeln - speziell Unternehmer hadern. Wenn rundherum Existenzen in Gefahr sind oder der sicher geglaubte Job durch die Krise nun zu wackeln beginnt. Trotz dieser unbekannten Ängste unterscheiden sich hier die Macher von den Jammerlappen.

Was braucht es in Zukunft?

Wenn Firmen Ihre Mitarbeiter, bedingt durch die Krise, zukünftig noch freier entscheiden lassen (müssen) wo, wie und wann sie arbeiten, sind Disziplin und Eigenverantwortung genau die Eigenschaften die Arbeitgeber in Zukunft suchen. Dieses Grundvertrauen wird für die moderne Art der Arbeit vorausgesetzt. Denn sie verkörpern die Bereitschaft zum Lernen und lassen uns aktiv nach Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung suchen.

Wer sagt Ihnen, morgens um 7 Uhr vor dem PC zu sitzen oder heute einen Online-Kurs zu besuchen? Nur Sie alleine. Wer sich während der Krise von der Opferrolle und den Schuldzuweisungen der Umstände verabschieden kann, wird in den Augen von Arbeitgebern als starke Persönlichkeit wahrgenommen. Dabei reicht es nicht die Wohnung zu polieren oder den Garten zu gestalten. Das ist private Beschäftigungs-Therapie aber nicht Verantwortung für nachhaltige persönliche Entwicklung im Beruf.
Um Disziplin und Eigenverantwortung zeigen zu können, müssen wir uns nicht gezwungen fühlen fünf Bücher, drei Online-Kurse und ebenso viele Hörbücher auswendig zu lernen. Gute Gespräche mit Mentoren, Artikel und Blogs, die vorhandenes Wissen wieder bewusstmachen oder ein bewussterer Umgang mit dem neuen Alltag sind schon erste Schritte in diese persönliche Weiterentwicklung.

Wer jetzt noch immer nur auf Feierabend, Wochenende und Pension wartet, hat nicht kapiert um was es in Zukunft geht!

Neues Wissen liegt in unserer Wiege

Am Beispiel von Eltern, die sich plötzlich neue Strategien überlegen mussten, wie Sie Ihre Kids neben Home-Office und Ergebnisdruck auch noch zum Lernen animieren, könnte man beobachten, wie der bewusstere Blick auf diesen neuen Alltag Chancen zur Weiterentwicklung birgt. Tagesabläufe wurden neu geplant, Systeme neu erstellt, Prioritäten hatten sich verschoben und möglicherweise sind genau dabei wertvolle neue Fähigkeiten entstanden. Mit dem neu strukturierten Tagesablauf, Home-Schooling mit den Kids oder dem Mittagsschläfchen auf der eigenen Couch, tauchen bei genauer Betrachtung plötzlich Erkenntnisse auf, wie wir dadurch produktiver arbeiten oder neue ganz Ansichten gewonnen haben. Die Definition von "Weiterentwicklung" wie sie ein anderer Mensch sieht, ist also nicht automatisch auch die eigene.

Als Trainer ist es tägliche Praxis sich mit Didaktik und Methodik zu beschäftigen. Zu wissen wie Sie Infos nachhaltig und unterhaltsam verankern, wird auch als Mitarbeiter oder Führungskraft in jeder Hinsicht wertvoll sein. Bewusst zu beobachten wie Sie Ihre Kids trotz der Umstände zum Lernen animieren, eröffnet Methoden für den Umgang mit Ihren Kollegen:

Einfühlsam auf Fehler hinzuweisen, nicht sofort die Lösung preiszugeben, sondern mit Kreativität, Empathie und konstruktiver Unterstützung daran zu arbeiten und dabei den Spaß nicht zu kurz kommen zu lassen. Basis dafür bildet die Disziplin im Home-Office, sich mit dieser neuen Form der Zusammenarbeit auseinanderzusetzen. Was für die Arbeitswelt wiederum entscheidende Vorteile mit sich bringen kann.

Der Schleudergang kommt erst noch

Derzeit erleben wir noch den Schonwaschgang der Krise. Das Tempo wurde rausgenommen, viele waren froh über die Phase der Entschleunigung. Was die Zeit danach betrifft, werden wir allerdings als einen Schleudergang der Wirtschaft erleben. Veränderungen werden viel schneller vorangetrieben und wer sich heute nicht darauf vorbereitet, wird morgen vergessen sein.

Praktisch über Nacht wurden wir gezwungen uns eine völlig neue Arbeitsweise anzueignen. Wo vorher noch wegen jeder Zehn-Minuten-Besprechung sogar zwischen Firmenstandorten gependelt wurde, ist jetzt das schnelle Online-Meeting vereinbart. Hinterfragt werden aufgrund der Krise nicht mehr nur die Anfahrtswege zu Meetings, sondern die Sinnhaftigkeit ganzer Besprechungsmarathons.

Wir gehen schonender mit unseren persönlichen Ressourcen um und vermeiden jede unnötige Anstrengung. Einzig, weil die Krise an sich schon viele unserer mentalen Kraftreserven aufgebraucht hat, lernten wir kritischer zu urteilen. Was bringt uns voran und was nicht. So werden auch digitale Verweigerer nun endgültig den Tatsachen in die Augen sehen müssen und sich der neuen, agileren Arbeitsweise anpassen - oder langsam im Niemandsland verschwinden.

Die Krise lässt uns viele vorher alltäglichen Themen kritischer hinterfragen, was enormes Optimierungspotential für Unternehmensprozesse bereithält.

Die Vorbildrolle

Wer in dieser noch schnelleren Zukunft Schritt halten möchte mit den raschen Veränderungen, muss agil und flexibel im Kopf bleiben. Das bedeutet in erster Linie Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Gerade in so schwierigen Zeiten orientieren sich junge Mitarbeiter an starken Persönlichkeiten. Mitarbeiter, die den Fokus behalten, sich rasch anpassen können und damit die so dringend nötige Vorbildrolle in Unternehmen einnehmen.

In den Gesprächen der Zukunft wird als Antwort auf die oben gestellte Frage nicht die Anzahl Ihrer Weiterbildungen hinterfragt oder ob Sie die Minuten eher mit Büchern oder Netflix verbracht haben. Es geht vielmehr darum, wie sie mit der Zeit während der Krise umgegangen sind und welche Erkenntnisse Sie daraus gewonnen haben. Macher haben darauf eine passende Antwort.

Über den Autor:
Jürgen Eisserer ist Keynote Speaker für Veränderung in Unternehmen. Als Trainer begleitet er StartUps und Profisportler bei Ihrer Geschäftsidee, Menschen in Veränderung oder große Unternehmen, deren Verkäufer er weiterentwickelt.

Seine Vorträge und Trainings sind eine Mixtur an Erfahrungen aus 15 verschiedenen Branchen und Unternehmen mit dem Ziel guten Ideen und Produkten mehr Durchschlagskraft zu verleihen.

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